26.07 - 31.07.2016

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Wir fahren! Gottes Krachmacher in Zielona Góra

2016-05-19


Sie wissen noch nicht wo sie schlafen werden und wie weit sie von Krakau landen werden.
Man weiß auch nicht, ob alle Gemeindefahrten zu Stande kommen werden. Ein Teil der Jugendlichen zögert: einige wegen finanzieller Gründe, andere wegen der Anschläge. Alle diese Hindernisse sind aber nur ein Tropfen im Meer der Freude, welches Zielona Góra überschüttet. Je näher der Juli kommt, desto lauter wird Gottes Krach.

Bei der hl. Jadwiga


„Liebe Jugend, ich lade euch herzlich ein!“ sagte Priester Marcin Bobowicz, und teilte das Werbeplakat des Evangelisierungskonzertes auf Facebook. Die Band „Full Power Spirit“ spielt im Rahmen des Projektes „Finde eine Idee für dich“. Der Eintrag wurde von den Jugendlichen geteilt, die begonnen haben die Veranstaltungen unter ihren Bekannten zu verbreiten. Wie ist das möglich, dass der Name „Evangelisierungskonzert“ nicht abschreckt, aber Enthusiasmus unter den jungen Menschen hervorruft?


Priester Marcin ist die gute Seele der Gemeinde. Vor seiner Ankunft in Zielona Góra diente er in Kargowa. Darüber, welche Sympathien für ihn in den Menschen aufkommen, zeugt die Tatsache, dass bei seiner ersten Messe in der neuen Gemeinde ein ganzer Bus voller Einwohner aus Kargowa und eine Ministrantengruppe gekommen sind. Die Aufschrift „I love Kargowa“ über seinem Nummernschild am Auto sagt viel über seinen Sinn für Humor.

Es wundert also nicht, dass Priester Bobowicz ebenso schnell die Einwohner von Zielona Góra vereint hat. Er ist energisch und hat immer ein Lächeln im Gesicht. Er engagiert sich im Freiwilligendienst, organisiert Ausflüge und Pilgerreisen. Er kann mit Menschen in jedem Alter reden. Zusammen mit den Jugendlichen organisierte er am Papsttag den Verkauf von Kremówki (der berühmte Lieblingskuchen von Johannes Paul II.) und vor Weihnachten verkauften sie schön verpacktes Heu. Beim Dreikönigstag waren es Kreide, Weihrrauch und gesegnetes Wasser und in der Osterzeit handgemachte Palmen und Kränze. Alles um einen Teil der benötigten Summe für die Fahrt nach Krakau zu sammeln und die Teilnehmer so gut wie möglich zu entlasten. Er zählt auch auf die Hilfe einiger Privatpersonen. Jede Summe zählt. Die Gemeinde der hl. Jadwiga wählte nämlich das längste einwöchige Paket. Warum?

„Es lohnt sich den Jugendlichen alles zu zeigen, was sich während des Besuchs des Heiligen Vaters abspielen wird – unter anderem das Jugendfestival, dank dessen man die Kultur der Menschen aus der ganzen Welt kennenlernen kann. Es lohnt auch sich zu integrieren, mit den Menschen in Kontakt zu kommen, die die gleiche Weltansicht haben, die gleichen Ziele und Idealien“ sagt Priester Bobowicz. Er steckte die Ministranten und Jugendlichen mit dem Enthusiasmus an und sie steckten wiederum ihre Bekannten damit an. Er bemüht sich auch für den Weltjugendtag zu werben – dazu dienen Banner, Plakate, verschiedene Sachen: Kugelschreiber, Aufkleber oder Gespräche, die mit den Gemeindemitgliedern während der Besuche geführt werden. Jadwiga beklagt sich also nicht über das Fehlen von Interessenten. Es bleibt noch die Frage des Transports – es ist ein Bus bestellt worden, wenn jedoch die Möglichkeit bleibt mit dem Zug zu fahren, wird die Gemeinde dies nutzen.

Priester Bobowicz, warum lohnt es sich ihrer Meinung nach zum WJT zu fahren?

„Weil es ein wunderbares Abenteuer ist! Man kann sich mit positiver Energie von anderen Menschen anstecken lassen, geistlich lächeln. Es gibt nur Vorteile, keine Nachteile“ sagt er lächelnd.

Beim hl. Josef

Charismatisch, fröhlich, freundlich, jung. Und darüber – viel beansprucht, immer mit irgendwas beschäftigt. So beschreiben die jungen Gemeindemitglieder Priester Mariusz Jagielski, dem akademischen Seelsorger der Gemeinde des hl. Josef. „Was hast du da interessantes?“ fragt er mit leiser, ruhiger Stimme mit einem Anflug von Komik. Während des Gesprächs geht er durch das Zimmer und macht eilig einen Tee. Gleich muss er zur Messe, und morgen hat er eine Vorlesung. Seine Antworten sind sehr gehaltvoll.

Ca. 40 Personen sind für die Fahrt angemeldet. Auf die Frage warum er zusammen mit der akademischen Seelsorge „Stodoła“ das längste einwöchige Paket A anbietet, antwortet er ohne zu Zögern:

„Darum, weil eine Fahrt nur für die drei Tage ein Konzentrieren nur auf dem Ereignis bedeuten würde. Wir wollen zusammen etwas erleben, etwas Besonderes. Eine Woche ist schon eine Zeit, in der sich eine Dynamik entwickeln kann.
Als er über die Einstellung der Jugendlichen gefragt wird, sagt er mit einem leichten Lächeln:
„Du kennst die Jugend. Antworte selbst auf die Frage. Eigentlich ist das auch eine gute Frage für dich. Wenn du irgendwelche Glaubenserfahrungen hast, dann ist das für dich wichtig. Und noch mit Papst Franziskus…Aber für Menschen, die keine Glaubenserfahrungen haben, gibt es viele Evente, z.B. hier im Norden das Sunrisefestival (ein Musikfestival in Kołobrzeg).

Er versteht genau, dass die sich die Jugendlichen oft nicht erlauben können, eine so große Summe zu zahlen. Für einige ist das eine Herausforderung. Allerdings ist das seiner Meinung nach vor allem eine Frage klar gemachter Prioritäten. Man kann diese Summe irgendwie zusammenkriegen, das schwierigste ist die Entscheidung – ja, ich will dieses Geld für die Fahrt nach Krakau ausgeben, weil das für mich wichtig ist. Priester Mariusz sagt auch, dass diese Fahrt irgendwie vorhersehbar ist.

„Eigentlich weißt du bis zum Ende nicht, was passieren wird, also ist es schwierig etwas vorzubereiten. Du weißt noch nicht, wo du wohnen wirst. Du kennst die Bedingungen und den Ort nicht.“ Aber etwas in seiner Stimme deutet darauf hin, dass nicht die Unterkunft hier das wichtigste ist.

In der Kirche des hl. Josef finden viele Veranstaltungen statt. Genau hier sind am 29. Februar  die Symbole des WJT hingekommen – das Kreuz und die Ikone. Es wurde eine feierliche Messe gefeiert und nach ihr stellten die Jugendlichen eine originelle Evangelisierungsszene dar – eine Leiter wurde zum „Tor der Barmherzigkeit“. Nach dem Durchgang erhielten die Unterdrückten durch die Welt ihre Lebensfreude zurück. Das ganze endete mit einer fröhlichen Anbetung.

Franziskaner


Die Gemeinde des hl. Franziskus von Assisi, die sich direkt neben dem ersten Gymnasium befindet, geht ebenfalls „aufs Ganze“ und plant eine einwöchige Fahrt. Sie nimmt aktiv an den geistlichen Vorbereitungen des Weltjugendtages teil. Im März fand in der Kapelle an der Jan Kiliński Straße eine Gebetsandacht statt. Es gab eine Eucharistiefeier, Pantomime, Konferenzen, Anbetungen. Wie Natalia, eine Gymnasialistin, behauptet, war das kein schematisches Treffen und die Konferenz hat zum Denken angeregt. Die Grundlage der Aussage des Priesters, der die Konferenz gehalten hat, war das Fresko des Michelangelo „Die Erschaffung von Adam“.

„Gott wartet ungeduldig und voller Liebe auf uns. Es hängt von uns ab, ob wir den »Finger rausstrecken«“ sagt Natalia und fügt hinzu: „Der Moment als wir ermuntert wurden, um während des Singens die Hände in Gottes Richtung zu strecken, ist mir sehr in Erinnerung geblieben. Diese scheinbar belanglose Geste hat mir wirklich geholfen mich Gott zu nähern. Magda erinnert sich ähnlich an die Konferenz:
„Gott kann nicht näher kommen, aber Seine Hand ist maximal ausgestreckt, Er wartet und wir müssen wirklich nicht viel tun um sie zu nehmen“. Magda erinnert sich auch an ein Gebet: „Christus hat keine Hände, Er hat nur unsere Hände“, die davon reden, dass „wir die einzige Bibel sind, die die Menschen noch lesen“.

Die Freude, die dieses Treffen mit Gott gibt, hilft. Sie gibt Mut und Kraft, um den Schwierigkeiten und Gefahren entgegen zu stehen. Vater Witold Słowik, ein Franziskaner, hat nicht vor die Fahrt wegen der Anschläge abzusagen.

„Natürlich besteht ein Risiko, aber das hat immer bestanden – wir reden hier über eine riesige Menschenmenge junger Christen. Ich habe schon an Weltjugendtagen teilgenommen und das ist wirklich eine wunderbare geistliche Erfahrung. Wir können uns nicht von Angst und Bösem leiten lassen, wir können nicht aufgeben. Wir fahren!“

Eins, zwei, drei

Es gibt auch Gemeinden, die dreitägige Fahrten organisieren: Freitag, Samstag, Sonntag. „Kostka“ mit Priester Łukasz Malce, „Albert“ mit Priester Bartek Rybacki, „Urban“ mit Priester Paweł Terzyk und die Gemeinde der Kreuzerhöhung mit Priester Krzysztof Hołowczak gehören dazu. Aufgrund dessen, dass in einigen Orten die Interesse an der Fahrt nicht so groß ist, gibt es die Möglichkeit sich in Gruppen zusammen zu schließen.

Im Rahmen der geistlichen Vorbereitungen dauert auch ein Zyklus von Gebetstreffen. Die Messen und Anbetungen, die monatlich in einer anderen Gemeinde stattfinden, sind ein Initiative der Freiwilligen in Zielona Góra. Man kann den Plan im Internet, u.a. auf der Seite DDM auf Facebook finden.

Und Schwierigkeiten? Wie soll man mit Hindernissen umgehen, die das Los uns in den Weg stellt? Am besten man zitiert ein Zitat der englischen Seite worldyouthday.com mit dem Titel „Selig die Schwierigkeiten des WJT“: „Akzeptiere das alles mit FREUDE“.

Julia Augustyniak
Übersetzung: Anna Szargiej

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