26.07 - 31.07.2016

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Die Kraft des Schweigens: Die Haltung von Papst Franziskus bei seinem Besuch in Auschwitz, einem früheren deutschen Konzentrationslager

2016-07-28 / Papież Franciszek


Katholische Priester und jüdische Rabbiner sind zusammen gekommen, um die Haltung von Papst Franziskus bei seinem Besuch in Auschwitz zu deuten. Durch den Besuch des Papstes ist die Jugend ebenfalls herausgefordert ein Gleichgewicht zwischen dem Stillsein und dem Lautwerden zu finden.

Polens Geschichte lässt ein Land des Leidens und Schmerzes sehen. Im 2. Weltkrieg starb jeder fünfte Pole während des Holocausts. Auschwitz, ein deutsches Konzentrationslager, dient als ein extrem wichtiger Ort für Juden aus der ganzen Welt. Es ist ein Ort, wo tausende von Menschen industriell ermordet wurden. Heute dient Auschwitz-Birkenau als eine Erinnerung für diejenigen, die vom Antisemitismus und Verachtung ihrer Mitmenschen geleidet haben. Genauso aber dient die Gedenkstätte als ein bedeutender Ort, an dem wir über uns selber nachdenken können und sehen können was Hass und mangelnde Liebe ausrichten können. Noch wichtiger, es ist ein Ort, an dem junge Menschen über ihre Verantwortung nachdenken können, die sie sowohl als Individuum, als auch als Teil der Gesellschaft tragen.
Morgen früh wird Papst Franziskus Auschwitz besuchen. Laut Dr. Piotr Cywinski, dem Direktor des Auschwitz-Birkenau Museums und Mahnmals, wird es ein andächtiger Besuch in Stille sein.

Stille wurde sowohl von den jüdischen Rabbinern, als auch von den katholischen Priestern betont, denn es sei wichtig ruhig zu bleiben und zuzuhören, was Ausschwitzt einem sagen will. Der Rabbiner Abraham Skorka, ein guter Freund des Papstes, sagte, dass er nach einem Telefonat mit dem Papst erfahren hätte, dass er Auschwitz ähnlich wie Armenien und andere Stätten des Völkermordes behandeln würde, das heißt mit Stille, äußersten Respekt und Ernsthaftigkeit. “Die Kraft des Papstes Franziskus kommt nicht von seinen Worten. Seine Kraft zeigt sich durch seine Taten und seine Haltung,” sagt der Rabbiner Skorka.

Ks. Marco Tasca verglich die Haltung des Papstes mit der vom hl. Maximilian Kolbe, einem Franziskaner, der sein Leben für das Leben eines Unbekannten geopfert hatte. Er ist eine Inspirationsfigur für Viele in schwierigen Zeiten. Im Gegensatz zu dem Hass, der Auschwitz kennzeichnete, hat St. Kolbe Mitgefühl und Aufopferung für seine Mitmenschen gezeigt. “Der hl. Kolbe widmete sich selber anderen. Er starb nicht einfach so. Er opferte sein Leben für Menschlichkeit, dort, wo Menschlichkeit verworfen wurde.” St. Maximilian Kolbe musste nicht viel sagen um sein Leben und seine Liebe für einen Fremden aufzuopfern. “Ich werde anstelle von ihm gehen.” Dies zeigt, dass manchmal Ruhe viel besser ist. Dies ist, weil Gott Ruhe als ein großes Opfer Ihm gegenüber ansieht.

Beim Weltjugendtag gibt es Vieles, das die Jungendlichen von Ruhe lernen können. Dadurch, dass wir ruhig stehen und leise sind, sind wir dazu bewegt zu verstehen was um uns herum passiert. Bei der Anbetung, beim Schweigen, beim Knien, lernen wir wie Gott zu uns spricht. Es lehrt uns Seine Anwesenheit zu spüren.

Der Rabbiner Michael Schudrich sagt, dass wenn “wir nach Auschwitz gehen, wir uns selber weinend und schreiend über das Unrecht, was passiert ist, finden werden.”

Trotzdem müssen wir still bleiben um komplett in der Tragik des Konzentrationslagers eintauchen zu können. Wir müssen ruhig sein, um dem Leiden anderer zuhören zu können.

Weiterhin lehrt uns das Schweigen des Papstes auch etwas Anderes. Wie die Juden im zweiten Weltkrieg, so sind heute viele Christen auf der ganzen Welt verfolgt. Dessen Geschichten müssen laut ausgesprochen werden. Das Unrecht muss beendet werden. Somit sind wir durch das Schweigen des Papstes in Auschwitz gelehrt, laut über das Unrecht von heute zu sprechen. Wir müssen über die Ungerechtigkeit unserer eigenen Menschen, aber auch der anderen sprechen.

Die Pilger des WJTs sind dazu eingeladen, die sog. Zone of Silence zu betreten wenn sie Auschwitz besuchen, sodass sie die Wichtigkeit des Konzentrationslagers verstehen. Es gibt zwei Arten von Schweigen. Das eine, leere Schweigen, und das andere, welches von Sinn gefüllt ist. Um das Sinn gefüllte Schweigen erfahren zu können, sind junge Menschen dazu aufgefordert sich vor ihrem Auschwitz-Besuch zu informieren. Hier gibt es einige Internetseiten, auf denen man viel Wichtiges lesen kann:

www.auschwitz.org/en/
www.sdm2016.com

Dr. Piotr Cywinski wartet auf WJTs Pilger, die Auschwitz besuchen um Wichtiges zu fragen und nach Antworten zu suchen.  

Übersetzung: Antonia Łobodzińska
Korrektur: Justyna Wiercimok

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